Räume, Orte, Menschen, Fahrzeuge, ein wirres Kaleidoskop. Immer wieder einpacken, aufbrechen. Die »Lappen Ella« an die Brust gedrückt. Ihr, der Lumpenpuppe, flüsternd Geschichten erzählen, sie aufmuntern, um die eigene Angst zu verlieren. Einer Liebe, die in all dem Chaos Sicherheit, Geborgenheit gibt, damit Angst und Schrecken, die permanente Ungeborgenheit nicht überhand nehmen, sich nicht ausbreiten, nicht lähmen oder sich in einem Gebrüll zur falschen Zeit Bahn brechen: »Um Gottes Willen Kind, sei bloß still, du bringst uns noch alle ins Grab!« Damit keiner ihre Anwesenheit bemerkt und Schlimmeres, als dieses Kind sich je vorstellen kann, geschieht. Ein Kleinkinderleben in dieser Zeit. Kein zu Hause, kein Raum, kein Ort, nur eine Lappenpuppe als Stütze, in dieser aus den Fugen geratenen Welt.
Lappen Ella
Über eine Kinderpuppe.
Von Heidrun Schaller
Jan Ulrich Hasecke 2002-12-19T12:07:26+02:00 2011-01-03T16:09:45+02:00